Heute, am 28.1.2009, findet um 17.00 Uhr im Plenarsaal des Abgeordnetenhaus von Berlin der 3. Europäische Datenschutztag statt. Das Thema ist “Der ideale Angestellte, der genormte Arbeitnehmer. Wie viel darf mein Arbeitgeber über mich wissen?”
Ich habe gestern meinen Großvater in ein niedersächsisches Krankenhaus wegen einer Augenerkrankung begleitet und kam mächtig ins Grübeln. Im ersten Schritt wurden von Ärzten in dem Behandlungszimmer zwei Patienten gleichzeitig behandelt. Der Chefarzt kontrollierte und kommentierte die Diagnose seiner Ärzte schlußendlich in einer zweiten Sitzung, während sechs Patienten gleichzeitig in dem Raum waren.
Belauscht man Stammtische, so stellt man fest, dass wir nicht nur ein Volk von Bundestrainern sind, auch sind wir alle Juristen. Spiegel Online hat Fragen zum Online-Recht in Form eines Quiz veröffentlicht. Wer Spaß an sowas hat, sollte bei SPON.de vorbeischauen:
Ein Geschäftspartner kam auf mich zu und fragte mich, ob ich ihn bei einem sozialen Projekt mit Schülern helfen könne. Inhalt des Projektes ist es, Schüler für das Berufsleben zu qualifizieren und Datenschutz sei ein Thema, das dazu gehöre. Beruflich sehe ich das Thema aus dem Blickwinkel von Unternehmen, Arbeitnehmern und Kunden. Aus der Perspektive “Schüler” habe ich das Thema noch nie beleuchtet. Also fing ich an zu recherchieren …
Beim abendlichen Stöbern durch das Internet stieß ich auf die Meldung vom “01 blog“, dass der HAL 9000 Computer heute Geburtstag hat. HAL 9000 ist der Missions-Steuerungscomputer aus dem Buch 2001: Odyssee im Weltraum von Arthur C. Clarke, bzw. dem gleichnamigen Film von Stanley Kubrick. Leider habe ich auf YouTube keinen ordentliches Film-Schnippsel gefunden, auf dem HAL sein Geburtsdatum nennt.
Eindrucksvoll zeigt das Video “Die schöne neue Welt der Überwachung”, welche Möglichkeiten der Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung bereits jetzt möglich sind.
Das Video wurde 2006 von Johannes Widmer (Panopti.com) im Rahmen einer Abschlussarbeit an der Hochschule Ulm, Studiengang Digital Media erstellt. Das Video zeigt den täglichen Überwachungswahnsinn sehr anschaulich.
Das Video Google Epic 2014 ist schon älter, es ist aber interessant, welche Prognosen dort getroffen werden.
Angesichts der letzten Apple Keynote am 6.1.2009 in San Francisco habe ich an dieses Video wieder denken müssen. Apple stellte im Rahmen seines Produktpakets iLife ‘09 auch eine neue Version des Bildverwaltungsprogramms iPhoto ‘09 vor. Es wurden u.a. zwei neue Funktionen vorgestellt: Faces und Places.
Faces ist eine automatisierte Gesichtserkennung. Der Gedanke dahinter ist nicht schlecht: Durch die Gesichtserkennung können alle Fotos einer Person zugeordnet werden; praktisch und auch unheimlich.
Moderne Kameras sind häufig mit GPS-Empfängern ausgestattet und ordnen Geo-Daten den Bildern automatisch zu. Die Funktion Places macht sich diese Meta-Daten zu nutze und kann die Bilder dann Landkarten zuordnen. iLife ‘09 scheint hierbei auf den Service Google-Maps zurückzugreifen. An sich auch ganz praktisch.
Wenn man sich dann aber vor Augen führt, was passiert, wenn die Daten aus vielen Bildverarbeitungsprogrammen zusammengeführt werden, dann hätten wir eine perfekt Überwachung, die wir auch selber durchführen und finanzieren. Bei dem Gedanken wird mir ganz schummrig.